Ich habe die Nacht zwar etwas frierend, aber gut überstanden. Am frühen Vormittag steigt das Thermometer bereits auf 20 Grad. Ich fahre die gut 10 km mit dem Bus zum Dom. Asphalttreten durch die Stadt nur an Wohnblocks und Geschäften vorbei muss nicht sein. Und dann stehe ich vor einem der imposantesten Bauwerke Deutschlands.
Teilansicht des Kölner Doms
Pilgerin vor dem Kölner Dom
Im Inneren des Domes
Im Domforum habe ich gleich 2 Pilgerstempel ( 1 Sonderstempel zu den hl. Drei Königen ) erhalten und eine nette, vertrauenswürdige Dame hat auf meinen Rucksack aufgepasst, so dass ich noch in den Dom schauen konnte. Taschen werden kontrolliert und mein Rucksack ist zu groß.
Im Domforum mache ich eine lange Pause. Man kann dort gut sitzen und es gibt günstigen Kaffee. (Tip für alle Köln- und Dombesucher )
Innenstadt Köln
Bei meinem weiteren Gang durch die Stadt bemerke ich: Sie gefällt mir. Es herrscht zwar geschäftiges Treiben, aber keine Hektik. Die Menschen machen überwiegend einen zufriedenen, ruhigen Eindruck auf mich. Ganz anders habe ich Dortmund empfunden - Hektik pur.
Gut gelaunt wandere ich durch Alleen und an Parks vorbei über Efferen nach Hürth-Hermülheim zur Jugendherberge. Die Autorin meines Reiseführers hätte mich in Efferen auch aufgenommen, aber sie ist erkrankt und musste ins Krankenhaus. Schade - es wäre bestimmt interessant geworden. Ich hoffe, es geht ihr wieder besser.
Heute am 17. Mai sollen es wieder 29 Grad werden. In den Vormittagsstunden gehe ich langsam im Schatten vieler Bäume bis Brühl.
Bischoff-Brauerei Weilerhof in Fischenich, produziert ein Kölsch
Um 13 Uhr beziehe ich mein heutiges Quartier in der Pfarrgemeinde Brühl. Geschlafen wird heute in Hochbetten der Bundeswehr, die ausgesondert wurden. Vier Pilger hätten Platz. Ich bin jedoch allein. Um die Zeit zu überbrücken schau ich mir das Schloss Augustusburg und seine Gärten an. Es dürfte Vielen aufgrund der dort stattfindenden Staatsempfänge bekannt sein.
Schloss Augustusburg
Am nächsten Morgen erhalte ich sogar meinen geliebten Kaffee. Im Raum gegenüber wird ein Frühstück für Obdachlose und sozial schwache Menschen ( schreckliche Bezeichnung ) vorbereitet und ich darf mir Kaffee holen. Schnell bin ich aus Brühl heraus und in Walberberg geht der erste Schauer nieder. Eine Dorfbewohnerin bietet mir in ihrem Innenhof einen geschützten Platz an und erzählt von einem damals 65jährigen Bekannten, der mit Zelt nach Santiago gepilgert ist.
Swister Turm - Kirchturm der Pfarrkirche des untergegangenen Ortes Swist
In Euskirchen angelangt holt mich mein Gastgeber mit dem Auto aus der Innenstadt ab. Auch er ist mit 76 Jahren noch Jakobspilger und bereitet die nächste Tour mit seiner Gruppe bereits vor.
Am 19. Mai gehe ich das erste Mal in kompletter Regenbekleidung los. Meinen lieben Gastgebern scheint es fast leid zu tun. Wandern bei Regen ist eigentlich nicht so tragisch, würde man unter der Regenkleidung nicht so schwitzen und schnell frieren.
Hardtburg bei Euskirchen
Die Zahl der Burgen und Schlösser an meinem Weg nimmt merklich zu. Im Regen wandere ich die 16 km durch Wälder bis Bad Münstereifel. Dort steige ich frierend und etwas nass in den Bus nach Blankenheim. Die 20 km bis dorthin schaffe ich heute zu Fuß nicht mehr. Um 15 Uhr lassen mich der Pastor und der Gemeindereferent nach herzlicher Begrüßung in die Dachkammer meiner Herberge beim Pfarramt. Die Heizung funktioniert, so dass ich meine Sachen trocknen kann und in der Küche im Erdgeschoss kann ich tatsächlich heißen Tee und Kaffee machen. Was will ich mehr? Ich beschließe, zwei Tage hier zu bleiben. Morgen, Samstag, der 20. Mai wird mein erster kompletter Ruhetag
Kirche und hübsche Fachwerkhäuser im beschaulichen Blankenheim
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